Das Script zum Vortrag des Kollegen Dr. Rudolph

Unser Referent, Rechtsanwalt Dr. Tobias Rudolph, hat sein Script seines Vortrags „Parteiverrat und Interessenkonflikt beim Strafverteidiger“ veröffentlicht.

Zum § 356 StGB schreibt Dr. Rudolph einleitend:

Die Norm wird auch als „Hausdelikt der Anwaltschaft“ bezeichnet. Es handelt sich um ein sogenanntes Sonderdelikt, d.h. um eine Strafnorm, die nur von Rechtsanwälten oder ähnlichen Berufen begangen werden kann. Rechtsanwälte sind einseitige Parteivertreter. Sie haben sich für die Rechte ihrer Mandanten mit aller Kraft einzusetzen. Aus diesem Grund soll durch den Straftatbestand des Parteiverrates die „Rollenkonstanz des Rechtsbeistandes in der rechtlichen Interessenvertretung“ gesichert werden.

So edel und nachvollziehbar diese gesetzgeberischen Zwecke auch sind – der Straftatbestand birgt auch Risiken für einen fairen Rechtsstaat. Er kann bei falscher Auslegung als Druckinstrument des Staates eingesetzt werden, um kämpferische und unbequeme Rechtsanwälte, insbesondere Strafverteidiger, „auszuschalten“. Der Tatbestand des Parteiverrats wird daher auch als Symbol staatlichen Misstrauens gegen die Anwaltschaft kritisiert.

Es ist ein Minenfeld, auf dem sich insbesondere engagierte Strafverteidiger bewegen. Tobias Rudolph zeigt, wo die Gefahren lauern.

Rückblick auf die Herbsttagung 2018

Nachsommerliche Temperaturen und Sonnenschein haben uns am 20. Oktober 2018 bei unserer Veranstaltung in Moabit begleitet. Vielen Dank an die drei Referenten

  • Martin Reiter, Staatsanwalt, Saarbrücken
  • Dr. iur. Tobias Rudolph, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Strafrecht und für Steuerrecht, Nürnberg, und
  • Prof. em. Dr. Hermann J. Künzel, Sprachwissenschaftler, Marburg,

die mit ihren spannenden und kurzweiligen Vorträgen nicht nur für gute Unterhaltung, sondern insbesondere für reichhaltige Fortbildung und interessante Einblicke in Themen sorgten, mit denen der praktizierende Strafverteidiger nicht täglich zu hat.

Die Teilnehmer und die Organisatoren der Veranstaltung bedanken sich auch hier ganz herzlich für die erstklassigen Vorträge.

Staatsanwalt Martin Reiter

stellte die handwerklich schlecht gemachte Sexualrechtsreform dar … aber erst, nachdem er in einem Disclaimer davor warnte, es könne nach der intensiven Auseinandersetzung mit den §§ 177, 184i und 184j StGB dazu kommen, die Freude am Umgang mit dem jeweils anderen Geschlecht zu verlieren.

Der politisch motivierte Gesetzgeber habe sich an seltenen Ausnahmefällen orientiert und in einem chaotischen Gesetzgebungs-Verfahren mißratene Regelungen geschaffen, für die es teilweise schon keine theoretisch denkbaren Fälle gibt, geschweige denn in der Praxis zur Anwendung kommen werden. Den Vorschriften sei unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten keine langfristige Überlebenschance zu prognostizieren.

Obiter dictum:
Staatsanwalt Reiter war zum zweiten Mal Referent bei ASS; aber auch diesmal ist er den Weisungen seines Dienstherrn nachgekommen und hat zum Leidwesen aller anwesenden Strafverteidiger keinerlei Tricks der Ermittlungsbehörde verraten. Dies wird anwaltllich versichert. 😎

 
Rechtsanwalt Tobias Rudolph

hat sich mit der für Rechtsanwälte relativ „gefährlichen“ Norm des § 356 StGB auseinander gesetzt. Die in tradierten Worten formulierte Vorschrift läßt den Rechtsanwendern reichlich Interpretationsspielraum und birgt insbesondere für Strafverteidiger beachtenswerte Risiken. Obwohl (oder gerade weil?) es sich um ein recht betagtes Gesetz handelt, gibt es an einigen Stellen folgenreiche Unsicherheiten.

Für die Fragen, ob potentielle oder konkrete Interessenkonflikte vorausgesetzt werden, wer alles „Partei“ sein kann (z.B. auch ein Staatsanwalt in seiner Funktion?) oder was ein Verteidiger bei Verfahrensabreden befürchten muß, wurden die Teilnehmer sensibiliert.

Streitig diskutiert wurde die Konstellation, die Gegenstand des noch beim BGH anhängigen Verfahren im „Oldenburger Bahnkonflikt“ (OLG Hamm, Beschl. v. 09.10.2014 – 4 Ws 227/14 / Darstellung im Burhoff Online Blog) ist: Darf sich der Rechtsanwalt über den ausdrücklich geäußerten Willen seines Mandanten hinweg setzen, weil er sicher ist, das sei für den Mandanten die bestmögliche Lösung? Besonders schwierig scheint dieser Konflikt im Zusammenhang mit Pflichtverteidigungen zu sein, wenn der Verteidiger sein Mandat nicht beenden kann, wenn er den Auftrag des Mandanten nicht ausführen möchte.

Hinweise:
Das Script des Vortrags von Dr. Rudolph ist hier veröffentlicht.
Ein Aufsatz von Dr. Gerson und Dr. Rudolph zu diesem Thema wird in Kürze im „Strafverteidiger“ veröffentlicht werden. Wir werden darüber hier in einem weiteren Blogbeitrag berichten und ggf. verlinken.

 
Professor Hermann J. Künzel
schilderte die Themen seiner Profession, der forensischen Phonetik: Sprecheridentifizierung, Spracherkennung, Sprachverbesserung, nichtsprachliche akustische Untersuchungen und – in älteren Zeiten – Tonträger-Identifizierung.

Unter anderem an den Ermittlungen gegen das RAF-Mitglied Peter-Jürgen Boock, wegen der Entführung von Jan Philipp Reemtsma und der Erpressung des Lebensmittelkonzerns Nestlé war Prof. Künzel beteiligt; er hat die Identität des Kaufhauserpressers „Dagobert“ aufgeklärt.

Den mit diesen „phonetischen“ Informationen ausgestatteten Teilnehmern stellte der Referent sein aktuelles Projekt vor: Die automatische Analyse des Stimmklanges für forensische Zwecke, bei der eine Software zum Einsatz kommt, die aus einer Sprechprobe Eigenschaften wie Geschlecht, Alter, Sprache oder regionale Herkunft berechnet und mit einer Datenbank vorhandener Proben abgleicht. Ähnlich wie bei registrierten Fingerabdrücken soll die Identifizierung z.B. eines Teilnehmers an einem (überwachten) Telefonats möglich sein. Aus Sicht eines Strafverteidigers eine nicht ganz unbedenkliche Technik, die auch von sensiblen Bürgerrechtlern recht skeptisch betrachtet wird.

In einem „Gimmick“ berichtete Prof. Künzel über seine Arbeit im Zusammenhang mit dem immer noch ungeklärten Verschwinden des Malaysia-Airlines-Flug 370. Er konnte anhand der aufgezeichneten Funksprüche klären, wer das Flugzeug unmittelbar vor seinem Verschwinden gesteuert hat: Der Kapitän oder der Copilot. Und er konnte feststellen, daß es keinen Anhaltspunkt für die Anwesenheit fremder Personen im Cockpit gibt.

 
Resumee:
Das waren 7,5 Stunden Fortbildung, bei es den Teilnehmern nicht eine Sekunde langweilig wurde. Trotz des herrlichen Wetters draußen hat niemand bereut, den kompletten Samstag im Seminarraum verbracht zu haben.

Herbsttagung 2018 in Berlin

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Same procedure as every year:

Auch in diesem Herbst sind wir mit unserer Tagung wieder im Hotel Abion am Spreebogen, ganz in der Nähe des Kriminalgerichts Moabit und des ehemaligen Bundesinnenministeriums.
 

Die Veranstaltungsdaten

  • Datum: Sonnabend, den 20. September 2018 20. Oktober 2018
  • Uhrzeit: 10:00 Uhr bis 18:30 Uhr
  • Ort: Hotel Abion am Spreebogen, Villa Abion (Raum Dahlem), Alt-Moabit 99, 10559 Berlin – Tiergarten, Telefon: 030-399200
  • § 15 FAO: 7,5 Stunden
  • Kosten: 210 € zzgl. 19% USt (39,90 €), gesamt 249,90 €.

 

Das Programm

Nach einer kurzen Einführung, der Begrüßung der Teilnehmer und der Vorstellung der Referenten geht es los um
 
10.00 Uhr h.s.t.

„Nein heißt Nein ?“ – Die Folgen der Sexualrechtsreform

Referent:
Staatsanwalt Martin Reiter, Saarbrücken

Unser Referent ist Cybercrime-Koordinator der Staatsanwaltschaft beim LG Saarbrücken und tätig in der Abteilung Sexualdelikte und Häusliche Gewalt.

 
13.30 Uhr h.c.t

Parteiverrat und Interessenkonflikt beim Strafverteidiger

Referent:
Rechtsanwalt Dr. iur. Tobias Rudolph, Fachanwalt für Strafrecht und für Steuerrecht, Nürnberg

Herr Kollege Rudolph ist Gründer eines führenden Strafverteidigerbüros der Metropolregion Nürnberg sowie ausgewiesener Fachmann für Insolvenz- und Wirtschaftsstrafrecht.

 
15.30 Uhr h.c.t.

Straftaten z.N. älterer Mitbürger: Neue Möglichkeiten der Sprecher-Identifizierung von falschen Polizisten und Staatsanwälten

Referent:
Prof. em. Dr. Hermann J. Künzel, Marburg

Unser Referent war bis Ende 2015 Leiter des Fachs Phonetik im Institut für Germanische Sprachwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg und maßgeblicher Mitentwickler der automatischen Analyse des Stimmklanges für forensische Zwecke. Er arbeitet heute als internationaler Sachverständiger für forensische Sprachverarbeitung.

 

Das Beiwerk

  • Bestätigung zum Nachweis der Pflichtfortbildung gemäß § 15 FAO
  • Getränke während der Tagung; kalt-warmer Mittagsimbiss
  • Begrenzung der Teilnehmerzahl auf 22 Personen, um einen intensiven Gedankenaustausch und eine lebhafte Diskussion mit den Referenten zu ermöglichen

 

Ihre Anmeldung

Bitte schicken Sie Ihre verbindliche Anmeldung per eMail oder Telefax unter Angabe des Namens, der Kanzleianschrift und der telefonischen Erreichbarkeit an die Geschäftsstelle:

  • ASS c/o Rechtsanwälte Drücke & Rothmund,
    Wolferkofen 5a, 94363 Oberschneiding
    Telefon 03762/9457-0, Telefax 03762/9457-11,
    eMail: info@rae-druecke-rothmund.de

Für anreisende Teilnehmer empfehlen wir die kurzfristige Reservierung bzw. Buchung im Tagungshotel.

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Bild: © detlef menzel / pixelio.de

Save The Date: 20.10.2018 – Herbsttagung 2018

723076_web_R_by_Andreas Hermsdorf_pixelio.deDer Termin für unsere diesjährige Herbstveranstaltung steht nun fest.

Bitte vormerken:
Wir treffen uns zur Veranstaltung am 20. Oktober 2018 wieder im Hotel Abion am Spreebogen, Villa Abion (Raum Dahlem).

Das noch unbekannte Programm:
Drei wie immer hochkarätige Referenten haben ihr Kommen zugesagt. Frank Drücke wird das Programm noch zusammenstellen und wir teilen dann beizeiten die Vorträge, die Vortragenden und die Speisefolge für die Pausen mit.

Der übliche Insider Tipp:
Es werden aber schon jetzt Blindbewerbungen auf einen der wie stets streng limitierten und handverlesenen Sitzplätze im Seminarraum entgegen genommen. Die Reservierung der etwaigen Übernachtung im Tagungs-Hotel ist auch empfehlenswert.
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Bild: © Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Rückblick auf die Frühjahrstagung 2018

Trotz des herrlichen Frühjahrswetters an der Spree hat kein Teilnehmer bedauert, drei hochinteressanten Vorträgen zuzuhören und sich an den Gesprächen darüber zu beteiligen. Die Teilnehmer und Veranstalter bedanken sich recht herzlich bei den Referenten

  • Dipl.-Kriminalist (Univ.) Ulrich Diezel, Berlin,
  • Prof. em. Dr. Günter Köhnken, Kiel, und
  • Dr. iur. Oliver Harry Gerson, Passau,

die für eine durchweg hochwertige und dabei kurzweilige Fortbildung der Teilnehmer – Strafverteidiger und ein Staatsanwalt (!) – gesorgt haben, die viele neue Anregungen mit in ihren Berufsalltag nehmen konnten. Wieder einmal eine großartige Veranstaltung.

Herr Ulrich Diezel

schilderte die Fehler, die bei der Spurensuche in einem konkreten Fall von den Kriminalisten der Ermittlungsbehörden gemacht wurden, die zu einem falschen – für den Betroffenen katastrophalen – Ergebnis führten.

 
 
 
 
 

Herrn Dr. Günter Köhnken

gelang es mit seinem unterhaltsamen Vortrag eine lebhafte Diskussion in Gang zu setzen, in der die mitgeteilten Informationen vertieft wurden und damit zu neuen praxisrelevanten Erkenntnissen führten.

 
 
 
 
 

Herr Dr. Oliver Harry Gerson
lieferte einmal mehr erhellenden Blicke über den juristischen Tellerrand hinaus in die weite Welt der Natur- und Geisteswissenschaften.

Referenten: Boarding completed

Wir haben davor gewarnt:

Die Veranstaltung wird um einen dritten Dozent ergänzt werden.
Hierzu gibt es zwei Anfragen, so dass sich die Reihenfolge des Programms ändern könnte.

So hieß es in unserer Veranstaltungsankündigung am 15.02.2018

Jetzt ist es passiert!

Dem Kollegen Frank Drücke ist es gelungen, einen dritten Referenten für die Frühjahrstagung davon zu überzeugen, ein paar Geheimnisse zu verraten, die für Strafverteidiger wertvolle Hilfe im täglichen Kampf ums Recht darstellen. Der Name Prof. em. Dr. Günter Köhnken dürfte allseits bekannt sein. Als Referent wird er uns über richtige und falsche Aussagen berichten.

Der Ablauf unserer Fortbildung steht nun fest:

Das Programm

Nach einer kurzen Einführung, der Begrüßung der Teilnehmer und der Vorstellung der Referenten geht es los um
 
10.00 Uhr h.s.t.

Einführung in die wissenschaftliche Kriminalistik anhand eines realen Fallbeispiels

Referent:
Dipl.-Kriminalist (Univ.) Ulrich Diezel, Berlin

Der Referent führt ein forensisches Sachverständigenbüro für Kriminalistik und tritt bundesweit als Gutachter in Umfangsverfahren auf.

 
13.30 Uhr

Mögliche Gründe für unrichtige Aussagen

Referent:
Prof. em. Dr. Günter Köhnken, Kiel,

Bis zu seiner Emeritierung war unser Referent Institutsdirektor der Universität Kiel und Professor für Psychologische Diagnostik, Differentielle Psychologie und Rechtspsychologie.

Durch den Arbeitsschwerpunkt der Rechtspsychologie ist er der maßgebliche forensische Experte für die Beurteilung von Zeugenaussagen.

 
15.30 Uhr

Von Typen, Phänomenen und dynamischen Systemen – „Alles fließt.“ Auch im Strafrecht?

Referent:
Dr. iur. Oliver Harry Gerson, Passau,

Unser Referent ist Habilitand am Lehrstuhl für deutsches, europäisches und internationales Strafrecht und Strafprozessrecht sowie Wirtschaftsstrafrecht (Prof. Dr. iur. Robert Esser) und Verfasser der Publikation „Das Recht auf Beschuldigung“ (StV 2017, S. 278 f.).

Aufgrund vielfachen Wunsches der Teilnehmer unserer Herbstveranstaltung 2017 wurde Dr. Gerson erneut eingeladen.

 
Die Anmeldung, wie immer nach Windhundprinzip:
Das gesamte nun aktuelle Programm als PDF-Datei mit den Anmeldeformalitäten kann hier heruntergeladen und von den Internetausdruckern auf’s Papier gebracht werden.

Aber eigentlich reicht für die Anmeldung schlicht eine formlose eMail an info@rae-druecke-rothmund.de. Die Details kann man noch einmal in dem Beitrag vom 15.02.2018 nachlesen.

Nur eilig ist es auch diesmal, weil wir die Teilnehmeranzahl wirklich auf 22 beschränken möchten. Es wird also wieder knapp …

Frühjahrstagung 2018 in Berlin

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Auch in diesem Jahr sind wir mit unserer Frühjahrstagung wieder im Hotel Abion am Spreebogen, ganz in der Nähe des Kriminalgerichts Moabit und des ehemaligen Bundesinnenministeriums.

 

Die Veranstaltungsdaten

  • Datum: Sonnabend, den 05. Mai 2018
  • Uhrzeit: 10:00 Uhr bis 18:30 Uhr
  • Ort: Hotel Abion am Spreebogen, Villa Abion (Raum Dahlem), Alt-Moabit 99, 10559 Berlin – Tiergarten, Telefon: 030-399200
  • § 15 FAO: 7,5 Stunden
  • Kosten: 210 € incl. 19% USt netto, zzgl. 19% USt (39,90 €), gesamt 249,90 €.

 

Das Programm

Nach einer kurzen Einführung, der Begrüßung der Teilnehmer und der Vorstellung der Referenten geht es los um
 
10.00 Uhr h.s.t.

Einführung in die wissenschaftliche Kriminalistik anhand eines realen Fallbeispieles

Referent:
Dipl.-Kriminalist (Univ.) Ulrich Diezel, Berlin

Der Referent führt ein forensisches Sachverständigenbüro für Kriminalistik und tritt bundesweit als Gutachter in Umfangsverfahren auf.

 
13.30 Uhr

Von Typen, Phänomenen und dynamischen Systemen – „Alles fließt.“ Auch im Strafrecht?

Referent:
Dr. iur. Oliver Harry Gerson, Passau,

Unser Referent ist Habilitand am Lehrstuhl für deutsches, europäisches und internationales Strafrecht und Strafprozessrecht sowie Wirtschaftsstrafrecht (Prof. Dr. iur. Robert Esser) und Verfasser der Publikation „Das Recht auf Beschuldigung“ (StV 2017, S. 278 f.).

Aufgrund vielfachen Wunsches der Teilnehmer unserer Herbstveranstaltung 2017 wurde Dr. Gerson erneut eingeladen.

 
Die Veranstaltung wird um einen dritten Dozent ergänzt werden.
Hierzu gibt es zwei Anfragen, so dass sich die Reihenfolge des Programms ändern könnte.

 

Das Beiwerk

  • Bestätigung zum Nachweis der Pflichtfortbildung gemäß § 15 FAO
  • Getränke während der Tagung; kalt-warmer Mittagsimbiss
  • Begrenzung der Teilnehmerzahl auf 22 Personen, um einen intensiven Gedankenaustausch und eine lebhafte Diskussion mit den Referenten zu ermöglichen

 

Die Anmeldung

Bitte schicken Sie Ihre verbindliche Anmeldung per eMail oder Telefax unter Angabe des Namens, der Kanzleianschrift und der telefonischen Erreichbarkeit an die Geschäftsstelle:

  • ASS
    Rechtsanwalt Frank Wilhelm Drücke
    Fachanwalt für Strafrecht
    Wolferkofen 5a, 94363 Oberschneiding
    Telefon 03762/9457-0, Telefax 03762/9457-11,
    eMail: info@rae-druecke-rothmund.de

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Bild: © detlef menzel / pixelio.de

Save The Date: 5.5.2018 – Frühjahrstagung 2018

723076_web_R_by_Andreas Hermsdorf_pixelio.deDer Termin für unsere Frühjahrsveranstaltung in diesem Jahr steht nun fest.

Bitte vormerken:
Wir treffen uns zur Veranstaltung am 5. Mai 2018 wieder im Hotel Abion am Spreebogen, Villa Abion (Raum Dahlem).

Das noch unbekannte Programm:
Zwei wie immer hochkarätige Referenten haben bereits ihr Kommen zugesagt. An der Fertigstellung des endgültigen Programms wird – ebenfalls wie immer – mit Hochdruck gearbeitet. In Kürze (was auch immer das heißen mag, wenn ein Strafverteidiger sich so äußert) werden wir die Vorträge, die Vortragenden und die Speisefolge bekannt geben können.

Insider Tipps:
Es werden aber schon jetzt Blindbewerbungen auf einen der wie stets begrenzten und limitierten Sitzplätze im Seminarraum entgegen genommen. Die Reservierung der etwaigen Übernachtung im Tagungs-Hotel ist auch empfehlenswert.
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Bild: © Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Rückblick auf die Herbsttagung 2017

Unser Seminar im Herbst 2017 übertraf unsere Erwartungen. Die Teilnehmer und Veranstalter bedanken sich recht herzlich bei den Referenten

  • Frau Ministerialdirektorin Marie Luise Graf-Schlicker aus Berlin
  • Herrn Dr. Oliver Gerson, Passau
  • Herrn Staatsanwalt Martin Reiter, Saarbrücken

für ihre hervorragenden Vorträge und Diskussionsbeiträge, die nicht nur höchst informativ, sondern durchgehend auch unterhaltsam und spannend waren.

Frau Marie Luise Graf-Schlicker
berichtete ausführlich über die Arbeit in der Expertenkommission, die maßgeblich an der StPO-Reform 2017 mitgewirkt hat.

Frau Graf-Schlicker gab in ihrem Referat einige Details wieder, die es verständlicher machten, warum die eine oder andere Regelung so ausgefallen ist, wie sie von uns nun zu akzeptieren und umzusetzen ist. Es habe keineswegs immer Einigkeit zwischen den Experten bestanden, insbesondere bei dem Thema audio-visuelle Dokumentation der Hauptverhandlung habe es widerstreitende Standpunkte gegeben. Die Referentin vermittelte den Teilnehmern den Eindruck, daß die Argumente aller an dem Verfahren Beteiligten intensiv vorgetragen und ausgetauscht wurden. Die Teilnehmer bedauerten in ihren Diskussionsbeiträge, daß die von Strafverteidigern vertretenen Positionen sich am Ende nicht durchsetzen konnten.

Herr Dr. Oliver Gerson
thematisierte die Modernisierung des Strafprozesses und stellte sie als ein zweischneidiges Schwert dar.

Eine interdisziplinäre Perspektive einnehmend trug Herr Dr. Gerson die in der deutschen Diskussion noch weitgehend unterrepräsentierten sozial-psychologischen Vor- und Nachteile der „Digitalisierung“ des Strafprozesses vor. Er wies hin auf die mit dem „Gerichtsfernsehen“, den audiovisuellen Vernehmungsdokumentationen und „Big Data-Ermittlungen“ einhergehende Probleme, für die es keine einfachen Lösungen geben könne. Dr. Gerson deckte verborgene psychodynamische Unwägbarkeiten und der darin verhafteten Wirkmächtigkeit(en) auf. Ein insgesamt erhellender Blick weit über den strafverteidigigenden Tellerrand hinaus. Zur Vertiefung empfiehlt Dr. Gerson seinen Beitrag in der KriPoZ 6/2017

Herrn Martin Reiter
gelang es in einem höchst unterhaltsamen Vortrag, die für die Staatsanwaltschaften und Polizeibehörden (und für einige Verteidiger) innovativen Ermittlungsmethoden darzustellen.

Er sorgte bei den Teilnehmern für Erstaunen darüber, was den Ermittlern zum einen in den „sozialen Netzwerken“ und im „Internet der Dinge“ alles möglich ist und zum anderen, was die Staatsanwaltschaften schon alles darüber wissen. Herr Reiter korrigierte den Eindruck, bei den Ermittlungsbehörden seien IT-Kenntnisse nur rudimentär vorhanden. Er bat aber ausdrücklich darum, die von ihm dargestellten „Ermittlungs-Tricks“ hier nicht zu veröffentlichen und nur lobend über die Polizeispitze zu berichten. Und eigentlich sollte ich schreiben, daß es sich um einen langweiligen Vortrag gehandelt hat; aber ich wäre kein Strafverteidiger, wenn ich immer das tun würde, was Staatsanwälte von mir verlangen.

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Für die *verspätete* Berichterstattung bitte ich kleinlaut um Entschuldigung. crh

Update zur Herbsttagung 2017

Wir hatten angekündigt, die Veranstaltung am Sonnabend, den 30. September 2017, noch um einen weiteren Referenten zu ergänzen.

Kollege Frank Drücke ist es gelungen, Herrn Staatsanwalt Martin Reiter aus Saarbrücken für unsere Herbsttagung zu gewinnen. Wir bedanken uns auf diesem Wege für seine Zusage sowie die der anderen beiden Referenten und freuen uns auf deren spannende Vorträge.

Der Zeitplan sieht also nun so aus:

 

10.00 Uhr c.t.

Zur Reform des Strafprozessrechts

Referentin:
Marie Luise Graf-Schlicker, Berlin, Ministerialdirektorin im Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz

Frau Graf-Schlicker war Vorsitzende der mit dem Thema befassten Expertenkommission.

 
13.30 Uhr

Wenn Worte zu (Straf-)Taten werden

Sprachliche Sollbruchstellen in der Strafverfolgung

Referent:
Dr. iur. Oliver Harry Gerson, Passau,

Herr Dr. Gerson ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für deutsches, europäisches und internationales Strafrecht und Strafprozessrecht sowie Wirtschaftsstrafrecht (Prof. Dr. iur. Robert Esser) und Verfasser der Publikation „Das Recht auf Beschuldigung“ (Rezension von Ulrich Sommer in StV 2017, S. 278 f.).

 
15.30 Uhr

Cybercrime – Was ist das?

Innovative Ermittlungsansätze im Strafverfahren

Referent:
Martin Reiter, Saarbrücken Staatsanwalt
Herr Reiter ist Cybercrime-Koordinator der Staatsanwaltschaft beim LG Saarbrücken.

Alle weitere Details zu der Veranstaltung finden Sie hier.

Enjoy!

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Bild (Ausschnitt): © Kurt Michel / pixelio.de